Die Mitochondropathie – die Energieversorgung bricht zusammen!
Die Mitochondropathie ist immer noch ein weitgehend unbekanntes oder ignoriertes Krankheitsbild, welches nicht nur zum Energiemangel und zur chronischen Müdigkeit führt, sondern auch ernsthafte Krankheiten wie Rheuma, Multiple Sklerose, Parkinson und Krebs begünstigt.
Wie ich auf das Krankheitsbild stieß:
Im Medizinstudium wurde das Thema Mitochondropathie ausgespart, und erst durch chronisch kranke Patienten in meiner Praxis kam ich durch Nachforschungen auf dieses vielschichtige Krankheitsbild. Zugleich fiel es mir wie Schuppen von den Augen: wie oft hatte ich es erlebt, dass Ärzte keine Ursache für „Befindlichkeitsstörungen“ gefunden hatten und wie oft war der Grund der Störung auf die Psyche geschoben worden?
An diesem Vorgehen der Mediziner hatte ich bereits als Student meine Zweifel, fand aber keinen Ansatz für eine bessere Diagnostik und Therapie. Durch meine Patienten stieß ich auf die Veröffentlichungen von Dr. med. Bodo Kuklinski, der durch unermüdliche Forschungsarbeit der Menschheit durch neue Therapieansätze bei chronischen Krankheiten ein großes Geschenk machte.
Meine bisherige Therapie im Rahmen der Behandlung von HPU (Hämopyrrollactamurie) brachte auch Erfolge, insbesondere bei der Behandlung von Kindern mit Aufnerksamkeits-Defizit –Syndrom (ADS) und Aufmerksamkeits-Defizit -Hyperaktivitäts–Syndrom (ADHS). Auch wenn ich dadurch Fortschritte erzielte, so konnte es nur als die Spitze des Eisbergs bezeichnet werden. Die darunter liegenden tiefen Geheimnisse wurden mir erst durch Dr. Kuklinski zugänglich gemacht. Durch Fortbildungen bei Dr. Kuklinski und begleitende kollegiale Gesprächen konnte ich seine Methodik übernehmen und endlich Fortschritte bei vielen Patienten erreichen, die nach etlichen Facharztbesuchen als unheilbar oder „psychisch überlagert“ galten.
Ursachen der Mitochondropathie
Die Mitochondropathie kann angeboren oder erworben sein. Wenn sie angeboren ist, so wurde sie von der Mutter vererbt, da die Mitochondrien immer aus der mütterlichen Eizelle stammen. Sie sind also unabhängig von unserem Erbgut. Leider verfügen die Mitochondrien auch nicht über eigene Reparaturmechanismen, so dass geschädigte Mitochondrien über Generationen von den Müttern auf die Kinder weiter vererbt werden.
Die erworbene Mitochondropathie entsteht aus der Schädigung ursprünglich intakter Mitochondrien. Chemikalien können direkt die Mitochondrien schädigen oder sie führen in den Zellen verstärkt zu Stickstoffmonoxidverbindungen, auch NO oder nitrosativer Stress genannt. Ein Sonderfall ist, dass NO auch durch Verletzungen der Halswirbelsäule (HWS) herbeigeführt werden kann. Lockern sich nämlich die Bänder der Halswibelsäule, z.B. bei einem Schleudertrauma, so führt dies häufig zu einer gesteigerten NO-Bildung. Durch HWS-Bewegungen am Tage oder im Schlaf kann es zum Druck auf das Rückenmark der HWS kommen. Dadurch kommt es im Rahmen dieser Streßreaktion zu verstärkter NO-Bildung. Deshalb frage ich bei Erhebung der Krankengeschichte nach derartigen Verletzungen. Mir ist außerdem bewusst, dass Patienten sich an einen Treppensturz in der Kindheit, eine Gehirnerschütterung oder den Sturz vom Wickeltisch häufig nicht sofort erinnern. Deshalb gebe ich ihnen immer ein paar Tage Zeit, die Vergangenheit aufzuarbeiten, um vielleicht doch ein entsprechendes Ereignis zu finden.
NO schwächt, wie beschrieben, die Energieproduktion in den Mitochondrien. Dieser Zustand kann durch Zufuhr bestimmter Vitamine und Mineralien wieder gut gebessert werden.
Es wäre mit der NO-Bildung eigentlich schon kompliziert genug. Dabei bleibt es leider häufig nicht.
NO kann in einer Reaktion mit Sauerstoffperoxid Nitrophenylessigsäure bilden. Diese schwächt die Mitochondrien in einem noch viel stärkeren Maße. Deshalb untersuchen wir in unserer Praxis bei Verdacht auf Mitochondropathie auch die Nitrophenylessigsäure.
Ursachen, die zur Bildung von NO und damit zur Mitochondropathie führen können:
- HWS-Verletzung
- Infekte
- Impfungen
- Psychische Traumatisierung
- Chron. Stressbelastungen
- Nitratreiche Lebensmittel (Geräuchertes und kunstdüngerbelastete Speisen)
- Kohlenhydratreiche Nahrungsmittel
- Insktizide, Pestizide, Lösungsmittel
- Schwermetalle, Farbstoffe, Konservierungsmittel
- Die meisten Medikamente (z.B. Antibiotika, Cholesterinsenker, Nitrate, Potenzmittel, Antidiabetika, Psychopharmaka, Blutdruckmittel, die „Pille“ etc.)
Als ich das erste Mal von der Mitochondropathie hörte, habe ich die Tragweite nicht gleich erkannt. Wie es so schön heißt: „Es wird nicht so heiß gegessen wie es gekocht wird!“ Mit dieser universellen Strategie der Krisenbewältigung wollte ich auch an die Mitochondropathie herangehen, wurde aber schnell eines Besseren belehrt. Während Hypochonder Symptome zu ernst nehmen, neigen Ärzte dazu, Krankheitsbilder wie die Mitochondropathie nicht so ernst zu nehmen. Schließlich leben wir ja schon länger damit! Ein Kollege sagte nach einer Fortbildung über Mitochondropathie, dass es ja nicht so schlimm sein könne, da wir sonst ja schon alle ausgestorben wären.
Leider hat dieser Kollege so wenig Recht wie ich mit meiner anfänglichen Einschätzung. Dr. Kuklinski sagte, dass wir durch mitochondrienschädigende Substanzen die Mitochondrien über Generationen bis zum Ende der Menschheit schädigen würden. Ich grübelte darüber und überlegte, ob ich es bestätigen oder widerlegen könnte. Da half mir ein beobachtetes Phänomen: die Muskelkraft, zum Beispiel bei Klimmzügen, ist im Wesentlichen abhängig vom ATP und damit von der Mitochondrienfunktion. Mir war aufgefallen, dass Einheimische aus Südamerika und Afrika eine viel stärkere Muskelkraft aufwiesen als der Durchschnitt der deutschen Bevölkerung. Bezüglich der Afrikaner wurde mir dies auch von einem Kollegen bestätigt, der längere Zeit in Tansania gearbeitet hatte. Da unsere Muskeln sich weltweit genetisch nicht wesentlich unterscheiden, kann der Unterschied der Kraftentwicklung nur in den Mitochondrien liegen!
Die Mitteleuropäer sind seit der industriellen Revolution über Generationen höheren Schadstoffbelastungen ausgesetzt. Unsere Bleikonzentrationen sind seitdem 250 fach höher und aus EU-Krematorien werden jährlich 3500 Tonnen Quecksilber freigesetzt. Dies sind nur 2 Beispiele, die zur Annahme Anlass geben, dass die Entwicklung in den Industrieländern nicht schadlos an unseren Mitochondrien vorüber gegangen ist.
Wir müssen uns außerdem fragen, warum die Anzahl chronischer Krankheiten und Krebserkrankungen ständig ansteigt. Eine Ursache dafür könnte die Mitochondropathie sein.
Aus der Erfahrung, dass Kinder mit sehr schwerer angeborener Mitochondropathie das 10.Lebensjahr nicht erreichen resultiert, dass auch geringer ausgeprägte Mitochondropathien zu einer verkürzten Lebenserwartung führen.
Die Mitochondropathie ist also keineswegs auf die leichte Schulter zu nehmen!
Das Krankheitsbild der Mitochondropathie:
Die Mitochondropathie ist eine Krankheit der Mitochondrien. Die Mitochondrien sind die Kraftwerke in unseren Körperzellen. Jede Zelle verfügt über durchschnittlich 1500 Mitochondrien. Zellen von Organen mit hohem Energiebedarf verfügen über sehr viel mehr Mitochondrien. Diese produzieren unermüdlich den Energieträger ATP (Adenosintriphosphat). ATP ist der universelle Ernergieträger jeder Zelle. Es ermöglicht das Denken, den Herzschlag, die Muskelkraft, die Nierenfunktion etc.. Fielen die Mitochondrien bei einem Menschen komplett aus, so hätte derjenige noch 5 Sekunden zu leben. Das unterstreicht die Bedeutung für die Energiegewinnung. Fallen ca. 40% der Mitochondirien aus, so kommt es zu chronischer Müdigkeit und zu chronischen Krankheiten. Patienten mit Mitochondropathie sind nicht in der Lage, die Situation durch Training zu verbessern. Nach körperlichem Training sind sie vollkommen erschöpft, da sie schon bei leichten Belastungen die anaerobe Stoffwechselsituation verstärken. Dr. Kuklinski spricht im Zusammenhang mit dem körperlichen Training von einem „Sargnagel“!
Da die Mitochondropathie in der Ärzteschaft und der Bevölkerung kaum bekannt ist, werden die Betroffenen häufig als Hypochonder verkannt. Das erhöht bei diesen Patienten den Leidensdruck erheblich!
Krankheiten und Störungen, die mit der Mitochondropathie in Zusammenhang gebracht werden sind:
- Konzentrationsstörungen /Aufmerksamkeitsschwäche/ Vergesslichkeit
- Depression/ Antriebslosigkeit
- Angst- /Panikattacken
- Albträume
- Bleierner fast komatöser Schlaf (dabei läuft häufig Speichel aus dem Mund)
- Gefühlsschwankungen
- Schwindel
- Burnout
- Infektanfälligkeit
- Migräne/Kopfschmerzen
- Morgendliche Anlaufprobleme
- Hauterkrankungen und Ekzeme
- Haarausfall
- Nächtliches Zuschwellen der Nase
- Tinnitus
- Nachtblindheit
- Chron. Müdigkeit / Schlafstörungen
- Fibromyalgie /Muskel- und Gelenkschmerzen
- Herzschwäche, denn 45 -50 % des Herzgewichtes besteht aus Mitochondrien
- Herzklopfen/ Herzjagen/-rhythmusstörungen
- Gesichtsfeldausfälle / Lichtscheue
- Nahrungsmittelunverträglichkeiten /Lactoseintoleranz
- Sodbrennen
- Leberwerterhöhung/Gallensteine
- Verdauungsbeschwerden
- Schilddrüsenerkrankungen
- Eierstockcysten
- Chemiekalienüberempfindlichkeit
- Schwer verlaufende Infekte wie Pfeiffersches Drüsenfieber und Borreliose
- Morbus Alzheimer
- Morbus Prkinson
- Diabetes mellitus Typ II
- Krebs
Die Liste ist keineswegs vollständig. Eine ausführlichere Darstellung würde hier den Rahmen sprengen. Das Behandeln chronischer Erkrankungen ohne Abklärung einer evtl. bestehenden Mitochondropathie ist als Kunstfehler zu bewerten. Ebenso ist es ein Kunstfehler, wenn z.B. Psychopharmaka verordnet werden, die den Nitrostress verstärken und nicht eine bestehende Mitochondropathie als Urtsache für die psychische Auffälligkeit behandelt wird!
Leider sind diese Kunstfehler an der Tagesordnung.
Diagnostk der Mitochondropathie
In unserer Praxis wird eine genaue Krankheitsgeschichte auch in der Familie mit Hilfe eines umfangreichen Fragebogens erhoben. An die körperliche Untersuchung incl. der Wirbelsäule schließt sich die Laboranlyse an. Die Laboranalyse erfolgt stufenweise, um unnötige Kosten zu vermeiden. Es erfolgt ein Urintest auf Citrullin (Marker für NO), Methylmalonsäure(gibt Aufschluss über die Deckung des Viitamin-B12-Bedarfs), Nitrophenylessigsäure und Lactat/Pyrrovatverhältnis (gibt Aufschluss darüber, ob die Zellen im aeroben oder anaeroben Bereich arbeiten). Dazu werden einige Vitamine und Spurenelemente in Anlehnung an die Diagnostik von Dr. Kuklinski über eine Blutprobe bestimmt.
Therapie der Mitochondropathie
Die Therapie erfolgt in Anlehnung an Dr. Kuklinski und die Laborergebnisse. Ich gehe auch hier kostenorientiert vor und verordne nicht alle Stoffe, die eine Mitochondropathie bessern können, auf einmal. Unabhängig von der Kostenseite sind auch nicht immer alle Therapieoptionen notwendig. Es geht einigen Patienten nach Verordnung von B-Vitaminen schon besser. Manche benötigen zusätzlich Zink, Mangan und Magnesium. Diese Spurenelemente greifen in die Atmungskette der Mitochondrien ein und verbessern die Energiegewinnung. Es kann ein Versuch gemacht werden, eine weitere Leistungssteigerung durch Gabe von Coenzym Q 10 zu erzielen. Es wird immer in direkter Anlehnung an die Rückmeldung des Patienten vorgegangen. Es gibt keine einfache Faustregel und es erfordert viel Erfahrung, das Befinden und die Leistungsfähigkeit des Patienten zu optimieren.
Ein Beispiel:
Eine 45 jährige Sekretärin wurde von einem Kollegen zu mir geschickt, um ein Schlafapnoe-Syndrom bei starker Tagesmüdigkeit abzuklären. Die Befragung ergab, dass es keinen Hinweis auf ein Schlafapnoe-Syndrom gab und die Patientin schon seit der Kindheit unter chronischer Müdigkeit litt.
Die Patientin musste sich seit Jahrzehnten förmlich durch den Tag peitschen. Sie hatte das Bedürfnis, sich nach dem Mittag auf das Sofa zu setzen, musste sich dies aber verkneifen, da sie wusste, dass sie nach 10 Minuten einschlafen würde. Sie war ja auch im Beruf voll gefordert. Dr. Kuklinski spricht im Zusammenhang mit erhöhtem Schlafbedürfnis nach kohlenhydratreichen Mahlzeiten von der „Fressnarkose“. Diese einprägsame Wortwahl trifft den zugrundeliegenden Mechanismus sehr gut. Leicht verfügbare Kohlenhydrate können bei Mitochondropathie nicht ausreichend verwertet werden und lähmen die Mitochondrien. Das führt dann zu der Müdigkeit. Doch nun zurück zu unserer Patientin: Die Befragung und die Untersuchungsergebnisse ergaben die Diagnose: Mitochondropathie. Nach Verordnung von B-Vitaminen und Mineralien ging es ihr zwar besser. Der Durchbruch konnte aber erst durch Coenzym Q10 erreicht werden. Die Tagesmüdigkeit war weg und auch der Haarausfall gebessert. Es muss den Patienten allerdings klar gemacht werden, dass ein Absetzen der Vitalstoffe in der Regel wieder zum ursprünglichen Beschwerdebild der Mitochondropathie führt. Die Patientin versuchte Coenzym Q10 abzusetzen. 2 Tage später trat die Müdigkeit wieder auf, so dass klar war, dass sie es auf Dauer nehmen musste.
Es muss bei der Behandlung der Mitochondropathie auch an die Ernährung und an die Abwendung von Schadstoffen gedacht werden. Ich erinnere mich an eine Patientin, bei der erstmals die Symptome der Mitochondropathie auffällig wurden, nachdem sie in einer anderen Praxis eine Grippeschutzimpfung erhalten hatte. Sie fühlte sich sehr elend und ich wähle die aus dem Volksmund stammende Bezeichnung „elend“ absichtlich, weil die Patientin sich sehr schlecht fühlte, ohne dass sie die Symptome gut beschreiben konnte. Ich bemerkte gleich, dass ihr Zustand von Patienten, die einen Infekt hatten, deutlich abweichte. Auch war dieser Zustand konstant ohne Tendenz zur Besserung. Es war offensichtlich, dass hier die Grippeschutzimpfung der Auslöser war. Erst durch entsprechende Behandlung der Mitochondropathie und Modulation des Immunsystems mit den passenden homöopathischen Mitteln konnte der Zustand langsam, aber vollständig gebessert werden.
Deshalb sollten nur die Impfungen erfolgen, die unbedingt notwendig sind. In unserer Praxis bestimme ich deshalb die Antikörper, um festzustellen, ob eine Wiederholungsimpfung tatsächlich notwendig ist. Die Faustregeln der ständigen Impfkommission (STIKO) sind nämlich denkbar ungenau. Beispielsweise wird die Tetanus-Auffrischung alle 10 Jahre empfohlen, obwohl seit den 80igern bekannt ist, dass der Impfschutz unter Umständen auch 20 Jahre anhalten kann. Die STIKO lehnt die Überprüfung der Impftiter als Laborleistung ab, allerdings nur aus Kostengründem. Da aber auch die STIKO weiß, dass Impfungen Impfschäden auslösen können, ist es als fahrlässig zu bezeichnen, jemanden zu impfen, bei dem der Immunstatus nicht untersucht wurde. Wir wissen eben nicht, ob Krankheiten wie Krebs und Multiple Sklerose mit Impfungen im Zusammenhang stehen. Die STIKO kann dies auch nicht ausschließen.
Wir sehen, die Materie ist nicht einfach. Alle Therapiemöglichkeiten zu nennen, würde an dieser Stelle den Rahmen sprengen, aber dank der Forschung von Dr. Kuklinski kennen wir sehr viele Behandlungsmöglichkeiten, die die Mitochondropathie bessern. Eine sorgfältige individuelle Auswahl der Therapieoptionen verhilft den Betroffenen zu deutlich mehr Leistungsfähigkeit und Lebensqualität!